Am 09. April 1924 treffen sich im Gasthof Hilz in Hengersberg 40 Angler zu einer Besprechung, da die Niederalteicher Berufsfischer für eine Wurmkarte
bereits 40 Mark fordern und dies den Anglern zu hoch erschien.

Bei dieser Zusammenkunft wird eine Interessengemeinschaft der Angler aus Hengersberg gegründet.

Als 1. Vorsitzender wurde Donatus Fellerer, als 2. Vorsitzender Josef Weidenbeck und als Schriftführer Franz-Xaver Schlegl bestimmt.

Die Niederalteicher Gewässer teilten sich auf in 6/8 – Rechte des Staates und je 1/8 Recht von Josef Kröll und Anton Kainz. Die 6/8-Rechte des Staates waren von 6 Niederalteicher Berufsfischer gepachtet,

Die Vorstandschaft wurde von der Interessengemeinschaft beauftragt, mit den Berufsfischern über die Möglichkeit des Kartenerwerbes, des Kartenpreises usw. zu verhandeln. Die Verhandlungen führten schließlich zu einer Einigung.

Das Ergbnis dieser Verhandlungen war, dass jedes Mitglied eine Karte bekommen sollte! Man einigte sich für Raubkarte auf einen Preis von 30,00 DM/Jahr und für die Wurmkarte auf 15,00 DM/Jahr. Zudem wurde festgelegt, dass die Erlaubnisscheine von der Vorstandschaft ausgestellt werden sollten.

Als Richtlinien der Gemeinschaft sollten die Statuten des Kreisfischereivereins und des Angelclub Deggendorf gelten, an welche zudem eine Anbindung gesucht wurde.

Anschließend wurde vom Bezirksamt die Genehmigung von 10 Raubkarten und von Wurmkarten nach Bedarf beantragt.

Da die Anbindung der Interessengemeinschaft an die Deggendorfer Anglervereine vom Registergericht abgelehnt wurde, ist am

25. Juni 1924

bei einer außerordentlichen Generalversammlung ein selbstständiger Verein gegründet worde. Der Verein sollte den Namen „Angelsportverein Hengersberg“ tragen und in das
Vereinsregister eingetragen werden.

Weiterhin wurde auf der Generalversammlung eine Aufnahmegebühr von 2 Mark und einem monatlichen Beitrag von
50 Pfennig beschlossen.

Noch im Gründungsjahr stand die Versteigerung (Verpachtung) der 6/8 Staatsrechte der Niederalteicher Fischwasser durch das Finanzamt Deggendorf an. Mit finanzieller Hilfe des Angelsportvereines Hengersberg konnten die bisherigen Pächter, die sechs Berufsfischer aus Niederalteich, eine Anpachtung des Gewässers durch eine finanzkräftige Kölner Jagdgesellschaft abwenden. Dadurch konnte die Versorgung des Angelsportvereines mit Fischkarten gesichert werden.